Dort, wo der Grenzweg verläuft, ließ sich auf dem Platz des heutigen Dorfes ein Heger nieder. Er bot Reisenden und auch dem Grenzwächter nach dessen anstrengenden Diensten seine Hütte a1s Gaststätte und Unterkunft an. Der Name des Hegers ist längst in Vergessenheit geraten. Seine Hütte war von Feldern umgeben, auf dem Hof hatte er Schweine, Hennen und selbstverständlich auch einen Hahn. Er bemerkte, dass dieser Hahn von einem Tag zum anderen stark zunahm und überaus kräftig wurde. Der Heger machte sich darüber seine Gedanken und wol1te erforschen, was die Ursache dafür sei. Er fing an, den Hahn zu beobachten und sah, dass dieser nicht wie die anderen Hühner Wasser aus dem Bach trank, sondern aus einem Sumpf - und damit war das Geheimnis entdeckt. Der Hahn wurde alt und war dabei aber immer noch stark und gesund. Nach seinem Tod hat ihn der neugierige Heger aufgeschnitten und entdeckt, dass der Hahn nicht fett war, sondern große Innereien hatte. Kein Zweifel bestand für den Heger, dass dies vom Wasser kam, das der Hahn getrunken hatte. Er wollte selbst das Wasser kosten, schlug sich durch die Sträucher im Sumpf und fand dort einen kleinen sprudelnden Brunnen. Dessen Wasser trank er dann alle Tage und auch er wurde sehr stark. Alle, die sich dort ansiedelten, bemerkten dies und deshalb konnte er den Brunnen nicht lange geheim halten. Und so fingen alle an das Wunderwasser aus dem Brunnen zu trinken. Der Ort hat den Namen Liebwerda bekommen. Wir sehen noch heute den grünen Hahn auf dem Dach der Eduard Quelle.
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