Seit der Entstehung des Dorfes ist dieses mit der Familie Clam-Gallas verbunden. Die Familie Gallas erhielt 1636 die Herrschaft Frydlant von Kaiser Ferdinand II. als Belohnung für den Heerzug gegen Albrecht von Wallenstein. Nach dem Tod von Philip Josef Gallas 1757 wurde seine Frau Erbin und nach deren Tod 1759 gingen Besitz, Wappen und Name auf den Sohn ihrer Schwester Aloisia von Clam über. Christian Philip wurde vom Wiener Kaiserhof als Inhaber von Besitzungen und Wappen der Familie Gallas bestätigt. So ist das Adelsgeschlecht Clam-Gallas entstanden.
Dieser Christian Philip Clam-Gal1as hat die ersten Kurhäuser um das Jahr 1760 gebaut. Weitere Gebäude wurden 1779 errichtet, z. B. das Trakteurhaus (mit dem Namen "Zum Helm“) mit 28 Betten und großem Speisesaal abends als Tanzsaal genutzt; 1783 wurde das „Sauer Brunn Gebäude" gebaut, 1789 - 1795 das Haus „Zum schwarzen Adler“, der „Türkenkopf' mit 12 Zimmern, das Haus "Schlossel" und andere. Weiter wurden noch Herren- und Damenbäder mit Holzwannen für das Mineralwasser errichtet.
1771 ist, wie in anderen Dörfern, auch in Bad Liebwerda die Hausnummerierung eingeführt worden. Die Gaststätte bekam die Nummer 1. In dieser Zeit hatte das Dorf 68 Häuser, 1786 waren dann die Nummern auf 78 gestiegen. Die Entwicklung des Dorfes nahm dank seiner Heilquellen einen großen Aufschwung.
Ende des 18. Jahrhunderts legte Christian Philip einen Kurpark im englischen Stil an. Am 22. Juli 1790 wurde dort ein Denkmal für den Gründer und für die Bauern, die ihre Grundstücke zur Verfügung gestellt hatten, errichtet. Christian Philip baute weiter, für sich und für die Gaste aus ganz Europa, 1800 ließ er eine Kolonnade errichten und ein Schlösschen mit Clam-Gallas Wappen, wo er im Sommer zu verweilen pflegte. Bald standen auch ein Theater, ein Pferdestahl für 52 Pferde, ein Raum für 20 Kutschen, eine Schmiedewerkstatt und ein Pavillon über der Mariaquelle, ein klassizistisches Gebäude mit Sonnenuhr und einem vergoldeten T'ürkenkopf, welcher den Namen gab.
Christian Philip ist 1805 gestorben. Die Entwicklung von Bad und Dorf ging unter der Herrschaft seines Sohnes Christian Christof weiter. Der Bau einer Schule im Jahr 1819 für die Gemeinde wurde vom heimischen Adelsgeschlecht unterstützt. Gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts war Liebwerd schon so berühmt, dass Kaiser Fürsten und andere bekannte Persönlichkeiten zur Kur kamen. Sogar der österreichische Kaiser Joseph II hat Liebwerda am 16. September 1779 besucht. Im Juni und Juli 1807 war die russische Prinzessin und Fürstin Anna Fjodorovna in Liebwerda und 1814 kam der Komponist Carl Maria von Weber. Man erzählt, dass ihn die schone Landschaft, vor allem der Weg zum Stolpischen Wasserfall, zum Komponieren der Oper ,.Der Freischütz“ inspiriert hat. Eine Gedenktafel für ihn wurde 1904 angebracht. Auch andere berühmte Persönlichkeiten besuchten Liebwerda, so Franz Kafka, der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt, der tschechischee Außenminister Jan Masaryk, ferner der tschechische Gelehrte Joseph Jungmann und der berühmte Dirigent Jan Talich. 1836 erhielt Liebwerda vom Landesausschuss den Status einer Kuranstalt. 1847 wurde eine neue Kolonnade mit dorischen Säulen und dekorativen Glorietten gebaut und 1868 ein neues Kurhaus ("Der Helm") eröffnet, welches aber 1911 abbrannte und dann an gleicher Stelle die heutige Pension Ostrava errichtet wurde. Der letzte Besitzer der Herrschaft Frydlant war Clotilda Clam-Gallas, die im April 1945 nach Wien zog und dort 1982 gestorben ist.
Nach 1968 ist die Entwicklung des Bades zunächst stehen geblieben. Viele Kurgaste gingen nach Bad Teplice und in die westböhmischen Bader. Die Besucherhäufigkeit in vergangener Zeit dokumentiert die folgende Tabelle:
| Rok | 1841 | 1847 | 1857 | 1877 | 1887 | 1897 | 1898 | 1900 | 1905 | 1909 | 1910 |
| Počet hostů | 307 | 407 | 513 | 569 | 311 | 320 | 240 | 406 | 805 | 798 | 905 |
(Anzahl der Gäste)
1898 wurde im Dorf ein Postamt eröffnet und 1900 die Eisenbahnstrecke aus Raspenava nach Weißbach fertig gestellt, was die Erreichbarkeit des Bades verbesserte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Tennisplätze, der Kinderspielplatz und das Schwimmbad in Betrieb genommen. In dieser Zeit hatte die Gemeinde 800 Einwohner und bot den Kurgästen eine hochwertige Unterkunft in gepflegten Hotels und Pensionen an.
Bekannt wurde Liebwerda weltweit dank dem Verkauf des Mineralwassers. Schon 1910 wurden 200.00 Flaschen verkauft, gepumpt aus der Tiefe von 100 m. 1906 wurde der Name "Bad Liebwerda“ offiziell genehmigt.
1915 - 1918 wurde im Dorf ein Spital mit einer Kapazitat von 200 Betten für verletzte Soldaten gebaut.
1921 ergab die Volkszählung insgesamt 711 Einwohner für Liebwerda, davon 693 Deutsche und 18 Tschechen. Liebwerda war ein landwirtschaftliches Dorf. 1936 wurde die Kuranstalt in Liebwerda zur staatlichen Kuranstalt ernannt.
Das heutige, größte Kurhaus Novy Dum wurde 1986 gebaut und im Jahr 2000 komplett renoviert. In den folgenden Jahren wurden die Pensionen Frydlant und das Restaurant Valdštejn renoviert und 2006 erfolgte dann die Rekonstruktion der Pension Labska.
Im November 2006 wurde im Rahmen eines EU-Projektes der touristische Umkreis mit dem Namen „Ausblicke von Liebwerda" als ein Teil des Projektes aufgenommen. Es handelt sich um 5 attraktive Ausblicksstellen mit Informationstafeln mit Legende, Panoramabild oder Karte.
Die Leitung von Bad Liebwerda beabsichtigt, in den nächsten Jabren weitere Kurhäuser und das Kurgelände zu renovieren und auszubauen, wobei auch ein Schwimmbecken und ein neuer Speisesaal mit Zentralkirche eingerichtet werden soll.
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